Bauhaus Design

Das Bauhaus ist eine der wichtigsten Architektur- und Designbewegungen Deutschlands. Nichts weniger als den “Bau der Zukunft” strebte der Gründer Walter Gropius an, als er 1919 in Weimar die Grundideen des Bauhauses skizzierte. In einem Gegenentwurf zur historisierenden, ornamentlastigen Gestaltung einerseits und der industriellen Massenproduktion andererseits, propagierte das Bauhaus die Vereinigung von Kunst und Handwerk.

“Kunst und Technik – eine neue Einheit”, unter diesem Motto zog das Bauhaus 1925 als Hochschule für Gestaltung nach Dessau. Die dortige Arbeit inspirierte nachhaltig die gesamte deutsche Kunstpädagogik, die Entwicklung von Architektur und Wohnraumgestaltung sowie das industrielle Design. Zahlreiche namhafte Künstler gruppierten sich um das Bauhaus und trugen zu einem fruchtbaren Austausch bei. Zu den Dozenten gehörten unter anderem Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer.

In dreizehn verschiedenen Werkstätten, Druckereien und Ausbildungsstätten für Architekten, Maler und Fotografen prägte sich über die Jahre das typische Bauhaus Design. Prägende Stilmerkmale sind glatte, schlanke Formen, gerade Kanten und der Verzicht auf überflüssige Dekors. Vom kleinsten Haushaltgerät bis zum kompletten Haus sollten allein die Funktionalität und handwerkliche Präzision im Vordergrund stehen.

Am bekanntesten sind neben den Gropius-Gebäuden in Berlin und Dessau vor allem die Möbel und Lampen von denen etliche zu Design-Klassikern wurden. Marcel Breuers Stahlrohrstühle gehören ebenso dazu wie die berühmte Wagenfeld-Lampe, die bereits sehr früh zu Symbolen für das gestalterische Programm und die Produktion des Bauhauses wurden. Auch heute noch sind sie als Reeditionen in zahlreichen Möbel- und Designhäusern erhältlich.
Gemäß der pädadogischen Reformideen des Bauhaus wurden die meisten Entwürfe auch in den eigenen Werkstätten in Dessau gefertigt. Speziell die Metallwerkstatt setzte wesentliche neue Akzente für das Design in Deutschland. Die Verwendung von Stahlrohr für die Lampen- und Möbelgestaltung wich stark vom traditionellen Stil ab und wurde kennzeichnend für das Bauhaus. Aber erst die konsequente Weiterentwicklung dieses Materials ermöglichte die später für das Bauhaus Design typischen Freischwinger-Stühle von Marcel Breuer und Mies van der Rohe. Holz als Werkstoff wurde bei Tischen, Stühlen und Regalen zwar immer noch verwendet, trat jedoch zunehmend hinter Stahl und Glas zurück. Handwerklich neue Wege ging man ebenso in den Werkstätten für Keramik, Weberei und Druckgraphik.
Das funktionale, sachlich-elegante Design wurde zum Kennzeichen des Bauhauses und ist nach den zahlreichen historischen Umstrukturierungen der Schule bis heute aktuell.

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